- Amelia, der schwarze Drache, war gerade aus der Foundry ausgebrochen, während der geschwächte Roderick sich mühsam vom Boden auf ein Knie erhob. - Volrak blickte in den Gang hinaus, als sich plötzlich eine gewaltige grüne Hand auf seine Schulter legte und ihn aus seinen Gedanken riss. - Hinter ihm stand Magzul, der Volrak zuletzt nach dem Tod seines Vaters gesehen und seit dessen vermeintlichem Fall im Kampf für tot gehalten hatte. - Die beiden Orks wechselten einige bewegte Worte, während Sinatah versuchte, den völlig entkräfteten Roderick aufzurichten und wieder auf die Beine zu bringen. - Volrak erkannte die Situation, eilte Sinatah zu Hilfe und gemeinsam schafften sie es, Roderick aufzuheben, obwohl dieser kaum selbstständig stehen konnte. - Roval Belmont trat zu seinem Ziehvater, stützte ihn und versuchte mit ihm zu sprechen, doch Roderick fehlte selbst für wenige Worte die Kraft. - Angesichts seines Zustands wurde allen klar, dass sie nicht länger in der Foundry bleiben konnten und Roderick schnellstmöglich an einen sicheren Ort bringen mussten. - Gemeinsam mit Taldrin untersuchte Alvar das Tor der großen Schmiede, doch es war fest verriegelt und ließ sich weder öffnen noch auf gewöhnlichem Wege durchbrechen. - Alvar entwickelte deshalb einen ungewöhnlichen Plan: Volrak sollte ihn direkt auf die Tür werfen, damit er sie noch während seines Fluges gewaltsam öffnen konnte. - Volrak schleuderte den Halbling mit voller Kraft nach vorne, woraufhin Alvar im Flug seinen Ring of the Ram aktivierte und dessen Kraft gegen die Tür richtete. - Die Tür splitterte auseinander und wurde aus ihren Angeln gerissen, während Alvar bäuchlings hindurchrutschte und schließlich auf seinem Hinterteil im angrenzenden Gang landete. - Hinter der Tür entdeckte Alvar einen vollkommen verlassenen Gang zur Gießerei, obwohl der Lärm eigentlich zahlreiche Schattenklingen hätte alarmieren und herbeirufen müssen. - Die unheimliche Leere ließ vermuten, dass während des Kampfes etwas anderes geschehen war, das sämtliche Schattenklingen aus den Gängen rund um die Foundry abgezogen hatte. - Vorsichtig setzte sich die Gruppe in Bewegung, während Roval Belmont und Sinatah den kaum gehfähigen Roderick gemeinsam stützten und durch die verlassenen Gänge trugen. - Magzul und Moronur bildeten die Nachhut, drehten sich immer wieder um und kontrollierten sorgfältig jede Abzweigung auf mögliche Verfolger oder versteckte Gefahren. - Durch ein Kellerfenster beobachteten die Helden schließlich die große Straße zum Osttor, auf der sich ungewöhnlich viele Schattenklingen um einen unbekannten Vorfall versammelt hatten. - Im richtigen Augenblick wurden sie Zeugen einer gewaltigen Explosion: Das Osttor wurde aufgesprengt und zahlreiche dort versammelte Schattenklingen wurden von der Detonation mitgerissen. - Doch die Sprengung glich einem Stich in ein Wespennest, denn die überlebenden Schattenklingen gerieten in Aufruhr und strömten in großer Zahl zusammen. - Da Roderick zu geschwächt und zu wertvoll war, um eine weitere Konfrontation zu riskieren, entschied sich die Gruppe gegen eine Flucht durch die Stadt. - Stattdessen nutzten die Helden erneut das unterirdische Portal, durch das sie Anvil betreten hatten, und kehrten unter die Grabstätte von Lucius Belmont zurück. - Zurück in der unterirdischen Höhle erkannte die Gruppe, dass sie mit dem schwer verletzten Roderick unmöglich durch die engen Felsspalten hinauf zur Krypta gelangen konnte. - Als einzige Hoffnung blieb Tex, dessen mechanische eiserne Wurmschnecke sich durch das Erdreich graben und die gesamte Gruppe direkt aus der Höhle befreien konnte. - Sinatah versuchte sofort, Tex über ihr steinernes Mini-Kommunikationsgerät zu erreichen, doch tief unter der Erde reichten die wenigen Empfangsbalken zunächst nicht für eine Verbindung. - Erst mithilfe ihrer magischen Hand gelang es ihr, das Gerät an einem Höhlenausgang im perfekten Winkel zu platzieren und schließlich Kontakt zu Tex herzustellen. - Tex antwortete auf ihren Hilferuf und machte sich sofort auf den Weg, bis sich seine eiserne Wurmschnecke durch die Erde grub und in die Höhle durchbrach. - Ohne Zeit zu verlieren, verstauten die Helden ihre Ausrüstung und brachten Roderick auf einem der wenigen Sitzplätze im engen Inneren des mechanischen Gefährts unter. - Tex schnallte sich wie ein erfahrener Operator fest in seinen Fahrersitz, aktivierte die Maschine und begann eine rasante Fahrt durch das unterirdische Erdreich. - Roval Belmont wurde quer durch den Passagierraum geschleudert, während auch Alvar vollständig die Kontrolle verlor und durch das Innere der Maschine flog. - Volrak gelang es zwar, den Zwerg aufzufangen, erwischte ihn während der wilden Fahrt jedoch lediglich an seinem Bart und hielt ihn daran fest. - Nach einem kurzen, vollkommen manischen Ritt brach die eiserne Schnecke schließlich durch die Erdoberfläche, wo bereits mehrere bekannte Gesichter auf die Rückkehr der Gruppe warteten. - Marigold, Ahum und Jahave empfingen die Helden und konnten kaum glauben, dass diese tatsächlich Roderick Belmont und außerdem den zweiten Splitter gefunden hatten. - Da Rodericks Zustand weiterhin kritisch war, kümmerte sich Marigold sofort um seine Versorgung, während die übrigen Verbündeten den schnellen Weitertransport der Gruppe vorbereiteten. - Jahave, der Anführer der Tauren Kongdoniens, verwandelte sich in einen mächtigen Elch und spannte sich vor eine Kutsche, in der alle gemeinsam Platz fanden. - Auf direktem Wege zog Jahave die Kutsche zum Basislager nahe Silberfels, wo die Gruppe schließlich wieder vor der noch immer brennenden Stadt Anvil stand. - Im Basislager vor Anvil wurden die Rückkehrer von einem ungläubigen und zugleich besorgten Mando Eichenschild empfangen, der Rodericks erfolgreiche Rettung kaum fassen konnte. - Gemeinsam brachten sie den schwer verletzten Roderick in Mandos Kommandozelt, wo Marigold sofort einen geschützten Platz für seine weitere Versorgung vorbereitete. - Marigold drapierte mehrere Sitzbänke mit weichen Fellen und Leder, sodass Roderick trotz seiner Verletzungen bequem liegen und sich von den Strapazen erholen konnte. - Bereits auf dem Weg zum Kommandozelt bemerkten die Helden, dass es auf dem Zeltplatz ungewöhnlich ruhig war und sich dort nur wenige Menschen aufhielten. - Die Sonne war gerade untergegangen, doch aus einem improvisierten Festzelt erklang Musik, das aus mehreren umgebauten Wagen errichtet worden war und an eine Taverne erinnerte. - Nach den Strapazen verspürten die erschöpften Helden große Lust auf einige Getränke und einen gemeinsamen Abend, bevor sie sich endlich ausruhen und ausschlafen konnten. - Nachdem Roderick versorgt war, bat Roval Belmont alle anderen, das Kommandozelt zu verlassen und ihn für ein persönliches Gespräch mit seinem Ziehvater allein zu lassen. - Zum ersten Mal seit drei Jahren saß Roval dem Mann gegenüber, nach dem er unermüdlich gesucht und für dessen Rettung er niemals aufgegeben hatte. - Obwohl Roderick kaum sprechen konnte, erzählte Roval ihm, wie sehr er ihn vermisst hatte und was ihm während seiner langen Suche widerfahren war. - Er berichtete von seinen neuen Freunden, den bestandenen Gefahren und dem Schwur, der ihn über all die Jahre angetrieben und immer weitergeführt hatte. - Roval gestand seinem Ziehvater, wie schwer die Suche gewesen war, versicherte ihm jedoch, dass er selbst in den dunkelsten Augenblicken niemals aufgegeben hatte. - Roderick brachte nur wenige Worte hervor, doch seine Antwort fasste alles zusammen, was Roval hören musste: Ein Belmont gibt niemals auf. - Mit diesen Worten verließ Roval das Kommandozelt und kehrte zu seinen Gefährten zurück, die bereits voller Vorfreude das improvisierte Festzelt ins Auge gefasst hatten. - Mando versicherte Roval, dass sein Kommandozelt der sicherste Ort des gesamten Lagers sei und Roderick unter seinem persönlichen Schutz nichts geschehen werde. - Die Gefährten gingen gemeinsam zum Festzelt und erreichten zunächst einen der umgebauten Wagen, den die angereisten Bewohner Ruliks für die Feier hergerichtet hatten. - Im Inneren herrschte ausgelassene Stimmung, Musik erfüllte das Zelt und zwischen den Feiernden entdeckten die Helden bereits das eine oder andere bekannte Gesicht. - Bei einer jungen blonden Schankwirtin bestellte die Gruppe zunächst eine vollständige Runde Shots und weitere Getränke, um gemeinsam auf ihre erfolgreiche Rückkehr anzustoßen. - Während einige den Alkohol problemlos vertrugen, zeigte er bei anderen deutlich schneller Wirkung und bereitete damit den Boden für einen ausgelassenen Tavernenabend. - Mit den ersten geleerten Gläsern, erschöpften Helden und zahlreichen bekannten Gesichtern um sie herum begann schließlich die wohlverdiente Nacht im Festzelt. - Die Helden aßen und tranken ausgiebig, unterhielten sich mit den anderen Gästen und entdeckten zwischen den Feiernden immer mehr bekannte Gesichter aus vergangenen Abenteuern. - Unter ihnen befand sich Moltregaar Donnerhuf, der bekannte Taurenkrieger, mit dem sie zuletzt in der Arena von Gurubashi in den zianischen Landen gekämpft hatten. - Moltregaar war von weiteren Taurenkriegern umgeben, die den langen Weg von Kongdonien bis vor die Tore Anvils auf sich genommen hatten. - Im Gespräch erfuhren die Helden, dass sich neben alten Verbündeten auch zahlreiche neue Streiter dem Kampf gegen die Schattenklingen und Malakar angeschlossen hatten. - Volrak wurde dem neuen Kämpfer Licht vorgestellt, mit dem er aus gewaltigen Bechern trank, Geschichten austauschte und zunehmend ausgelassener feierte. - Kurz darauf erschien Noguba Feuerschuppe am Tisch, brachte eine weitere Runde Shots mit und schloss sich überraschend entspannt den Feiernden an. - Der rote Drachengeborene zeigte dabei eine ungewohnt gelassene Seite, scherzte mit den anderen und genoss den Abend fernab der bevorstehenden Kämpfe. - Mit jedem weiteren Getränk wurden die Gespräche lauter und die Schritte unsicherer, bis schließlich besonders Sinatah und Volrak vollkommen betrunken waren. - Gemeinsam verließen sie sturzbetrunken das Festzelt und begannen draußen, über ihre Vergangenheit, ihre Verluste und die ungewisse Zukunft zu sprechen. - Beide wurden zunehmend emotional, brachen schließlich in Tränen aus und weinten sich gegenseitig an, während sie gemeinsam über ihre bisherigen Erlebnisse klagten. - Obwohl der Abend für beide damit vorerst gelaufen schien, bot ihr gegenseitiges, vollkommen betrunkenes Anheulen weiterhin einen gleichermaßen traurigen wie komischen Anblick. - Roval Belmont durchstreifte unterdessen weiter das Festzelt und entdeckte einige Stadtwachen Anvils, die gemeinsam mit den madunischen Soldaten den Abend feierten. - Er erkundigte sich nach Marik, seinem Schmiedemeister, und wollte wissen, ob dieser ebenfalls gerettet worden war und sich irgendwo im Lager aufhielt. - Die betrunkenen Soldaten reagierten zunächst kaum auf seine Frage, bis schließlich einer von ihnen verstand, nach wem Roval eigentlich suchte. - Der Soldat erklärte, dass Marik vermutlich nicht im Festzelt sei, da der Schmiedemeister nicht der Typ für ausgelassene Feiern und große Trinkgelage wäre. - Wenn Roval ihn am nächsten Tag suchen wolle, würde er Marik höchstwahrscheinlich im Schmiedezelt finden, wo dieser wie gewöhnlich seiner Arbeit nachging. - Während Sinatah und Volrak betrunken über den Lagerplatz torkelten, hatte auch Alvar genug vom Fest und verließ allein das laute Zelt. - Unter dem Mondlicht entdeckte er Taldrin etwas abseits der Feier, wo dieser schweigend stand und auf das nächtliche, weiterhin brennende Anvil blickte. - Alvar stellte sich zu ihm und beide betrachteten die brennende Stadt, während sich zwischen ihnen ein ernstes Gespräch über die jüngsten Ereignisse entwickelte. - Taldrin gestand, dass er nach den erlebten Täuschungen nicht mehr wusste, wem er überhaupt noch vertrauen konnte und welche Verbündeten tatsächlich echt waren. - Schließlich hatten Imitatoren in den Gestalten von Varix und Mando die Gruppe getäuscht und sie unter falschen Voraussetzungen in die Krypta gelockt. - Taldrin befürchtete deshalb, dass sich auch im Basislager Verräter oder Gestaltwandler befinden könnten, die unbemerkt gegen die versammelten Verbündeten arbeiteten. - Er nahm sich fest vor, herauszufinden, wer im Lager ein falsches Spiel trieb, bevor die vermeintlichen Verbündeten erneut aus dem Verborgenen zuschlagen konnten.
