Eidbrecher
Session 80
- Brannic kann einen der Angreifer abwehren, doch es kommen stetig weitere Gestalten auf ihn zu. Mit einer Kreisbewegung kann er drei Feinde niederstrecken, doch die Wunden der Schlacht sitzen tief. Er sieht, wie Corvin um die Ecke rennt und wundert sich, wo er wieder hin will.
- Corvin verfolgt Edda in vollem Sprint. Er ruft nach ihr, doch Edda ignoriert die ihr unbekannte Stimme. Er versucht aufzuholen und geht auf alle viere. Der Leonide holt auf, Edda hört genauer hin. Sie dreht sich im Lauf um und erschrickt, als sie ihren Verfolger sieht. Sie macht sich bereit für den Kampf und bleibt stehen. Corvin springt ihn die Luft und landet mit rutschenden Pfoten. Ein Bolzen fliegt knapp an seinem Kopf vorbei. Edda kann die Flugbahn und den Schützen direkt zuordnen. Nur eine Person schaut in ihre Richtung.
- Corvin versucht einen Speer in die Richtung des Angriffs zu werfen, jedoch trifft er einen der unschuldigen Bürger daneben. Ein strahlendes Grinsen bildet sich auf dem Gesicht des Angreifers, der seine Armbrust locker hält. Corvin wundert sich, wie entspannt die Person wirkt.
- Edda erkennt die Gestalt. Sie hat ihn in letzter Zeit seltener gesehen, jedoch hat er in ihrer Kindheit viel Zeit mit ihr und seiner Schwester verbracht. Tirael wirkt wie eine vollständig andere Person, als sie ihn sonst kannte. Sie fragt ihn, was mit ihm los ist. Er wundert sich, dass Edda noch hier ist. Er ging davon aus, dass sie mit den anderen gegangen sei.
- Als Tirael plötzlich einen weiteren Bolzen schießt, hält Corvin seinen Schild nach oben und wehrt ab. Er läuft mit gezogenem Schwert auf Tirael zu. Nachdem der nächste Bolzen die Schulter trifft, wirft Edda einen Feuerball Richtung Tirael, der ohne Wirkung an ihm verpufft.
- Die Tore zum Innenhof der Festung öffnen sich langsam vor Brannic. Darin wirkt die Welt heil, als ob nichts passiert wäre. Ganz im Gegensatz zum blutigen Bild vor den Toren. Der König trägt eine gleißende Rüstung, mit einem Löwenfell um seine Schultern. Mit festen Schritten kommt er hinab. Brannic ruft zu den Soldaten um ihn rum, dass der König kommt. Er ist sich nicht sicher, ob es ein gutes Zeichen oder ein Signal der Verzweiflung ist.
- Corvin ist im Sprung auf Tirael, sein Schwert leuchtet, ein Schatten fällt auf Corvins Gesicht.
- Edda nutzt die Ablenkung und macht sich unsichtbar. Tirael starrt Corvin in die Augen. Es sein nichts persönliches gegen ihn. Corvin schlägt den Griff des Schwerts Richtung Hand. Tirael lässt zu Corvins Verwunderung die Armbrust fallen. Doch im nächsten Moment bohrt sich ein stechender Schmerz in seine Seite. Der Dolch ragt aus seinem Bauch. Corvin lässt das Schwert fallen und versucht nach Tiraels Hals zu greifen. Doch die Kraft verlässt ihn, die Knie werden weich, und Corvin geht blutend zu Boden. Edda schaut schockiert zu. Tirael scheint sie nicht mehr wahrzunehmen und dreht sich zur Tür zum Anwesen der Crimsons. Sie läuft langsam ebenfalls darauf zu.
- Brannic ist von Leichen umgeben, der Wächtergolem liegt zusammengefallen am Boden. Der König schaut mit ernster Miene auf die Szene, umringt von seiner Leibgarde. Keine Gruppe wirkt zahlenmäßig überlegen. Brannic sieht den König in seiner gesamten Pracht, doch seine Sorgen sind ebenfalls klar zu sehen. Eine schwierige Entscheidung scheint vor ihm zu liegen. Ein Befehl geht über seine Lippen, doch Brannic kann ihn nicht hören. Ein Pfeil fliegt von der Festungsmauer und trifft eine der Wachen. Ein Schuss auf die eigenen Leute. Wie kann das sein? Der König wirkt beschämt. Die Schüsse scheinen auf die Wachen zu gehen, die nicht im engeren Kreis des Königs sind. Es scheint, als ob sie zu viel wissen, zu viel über die Geschehnisse dieses Abends. Brannic stürmt auf die Feinde zu, während neben ihm seine Kameraden fallen. Der letzte Pfeil trifft ihn, Brannic geht zu Boden.
- Durch die Türe sieht Edda, dass Lucius Belmont im Hause der Crimsons steht und mit dem Paladin spricht, den sie vorhin schon dort getroffen hatte. Der Paladin ist aufgebracht und gestikuliert wild. Tirael schaut Richtung Festung und wischt das Leonidenblut von seinem Dolch. Edda ist außer Sicht und beobachtet, wie das Gespräch hitziger wird.
- Moronur fühlt sich eingeengt, die Erlebnisse der anderen Welt wirken wie Traum, doch nichts davon ist vergessen. Er ist auf seinen Knien, die purpurne Aura umgibt ihn noch. Er erblickt den Ring an seiner Hand, der Tod von Kaelis war für ihn vor Sekunden. Lilane Blitze umgeben ihn, während sich der Ring um ihn etwas löst. Um ihn findet ein Kampf statt, und er ist nicht dabei.
- Belmont fühlt sich ebenfalls wie gefesselt. Der Pfeil, der sich in seinen Rücken gebohrt hat, hallt noch nach. Nein, nicht in seinen Rücken, in Vesperas Rücken. Er erinnert sich an einen Moment seiner Kindheit, als er mit seiner Schwester Verstecken gespielt hatte. Die Wärme der Erinnerung bringt ihn zurück in den Moment. Die grüne Rune vor ihm ergibt keinen Sinn, als ob sie hier nicht hingehört. Er hört mindestens drei unterschiedliche Stimmen um sich herum rufen. Sie wirken hektisch, im Konflikt gebunden. Eine Stimme ruft, dass es noch zu früh sei, dass sie sie noch nicht wach werden lassen können.
- Sinatah öffnet die Augen und fühlt die Magie um sich herum. Ihre Fesseln sind ein elementarer Teil des großen Zaubers von Mal‘akar. Die grüne Rune stammt nicht von den Schattenklingen, sie versucht ihr etwas mitzuteilen, ein Kommunikationsversuch. Doch die Bedeutung ergibt sich nicht. Magzhuls Präsenz ergreift sie.
- Alvar ist ebenfalls zurück unter Anvil und sieht Mal‘akar. Er bemerkt, dass leichte Zweifel im Gesicht des dunklen Magiers zu sehen sind. Er scheint sich zu verteidigen, doch Alvar sieht nicht, gegen was.
- Edda macht instinktiv einen Schritt nach rechts. Tiraels Hand geht an ihr vorbei. Er wollte seine Hand auf ihre Schulter legen. Ungläubig starrt er auf seine Hand, die ins Leere gegriffen hat. Es sei eine Schande, dass Edda so feige ist. Dass sie ihr Potenzial nicht sieht. Die Dinge, die sie gemeinsam erreichen können. Wie sie die Welt verbessern könnten. Er schaut durch ein Fenster. Die Crimsons sind sich einig, doch die Belmonts sind unsicher - ihre Moral steht ihnen im Weg. Er zweifelt daran, dass Lucius die Lage im Griff hat. Doch Wulfrick, Tiraels Vater, soll Recht behalten. Edda entgegnet, dass sein Vater sich in ihr getäuscht hatte.
- Ein Gefühl von Verständnis breitet sich in ihr aus. Tiraels nächste Worte wirken viel klarer, vertrauensvoller. Er streckt ihr seine Hand entgegen und bietet ihr an, mitzukommen. Sie wird sichtbar und greift die Hand. Wie in einem Film laufen sie durch die Straßen von Anvil. Die Gassen werden dunkler. Als sie zurück blickt, sieht sie noch das Dach vom Haus der Crimsons. Doch sie spürt nichts mehr dabei. Als sie nach vorne blickt, öffnet Volrak seine Augen.
- Volrak hat keine Ahnung, was gerade passiert ist. Edda verschwimmt in seiner Erinnerung, bis sie vollständig verblasst ist. Auch er ist am Boden fixiert, seine Hände sind magisch gebunden. Seine Haltung erlaubt ihm keinen Blick um sich herum. Er versucht zu sprechen, doch es kommt kein Wort heraus.
- Belmont wird von einer Kraft durchströmt. Ein Licht durchdringt ihn, das er lange nicht so intensiv gespürt hat. Erst das Gebet an Bahamut hat es zurück gebracht. Er überlegt, ob das Licht von ihm stammt, oder von Roderick. Er fühlt die Nähe zu ihm, ein Blick über seine Schulter zeigt den grünen Runenkreis, der um die ganze Gruppe kreist. Das Licht um Roderick ist etwas verblasst - seine eingefallene Erscheinung schockiert ihn. Rodericks Licht schwindet. Belmont streckt die Hand aus und spendet etwas von seiner Kraft. Er erinnert sich, wie Roderick damals Belmont die Hand genau so hingestreckt hat. Die Berührung erfasst alle in grellem Licht. Eine Stimme ruft, dass sie hofft, dass es nicht zu früh ist.
- Vor Belmonts innerem Auge tritt Roderick aus den Ketten heraus auf ihn zu. Falten durchziehen sein Gesicht. Er atmet angestrengt aus und sagt, dass es ihm leid tut. Belmont tut es leid, dass sie erst so spät kamen und versucht den Schild zu überreichen. Roderick schiebt den Schild zurück und hofft, dass Belmont es verstehen wird - es ging nicht anders.
- Plötzlich blicken unsere Augen in die Augen von Lucius Belmont. Wir teilen das Bewusstsein von Roderick, als er Lucius gegenüber steht. Sinatah spürt die Verwirrung im Geist von Roderick. Der Raum, in den wir blicken, wirkt komisch. Lucius steht im Anwesen der Crimsons, um ihn herum liegen Folianten, für die es keinen Grund gibt, dass sie dort sein sollten. Es sind die Verzeichnisse der Experimente. Sinatah möchte handeln, doch sie kann nur spüren, wie Roderick sich fühlt. Er öffnet seinen Mund und beginnt zu sprechen, doch die Worte fehlen ihm. Seine Gedanken sind ungläubig, dass Lucius mit den Crimsons unter einer Decke steckt, dass er mit den Geschehnissen dieses Abends in Anvil zu tun haben soll.
- Lucius schaut ihn an und fragt, ob Roderick glaubt, dass seine Aufgabe sei, ihm im Weg zu stehen. Die Moral sei ähnlich unnütz wie die von Rodericks Vater. Doch dieser liegt draußen, und Lucius steht noch hier. Er hatte nicht das Zeug, die Dinge zu tun, die Lucius offen stehen. Lichtfels schade der Stadt seit Generationen, sie sei dem Untergang geweiht. Das sollten sie alle wissen, auch Roderick.
- Lucius weiß mehr über den König, als er sollte. Seit Jahrzehnten dienten sie dieser Familie, die nichts als sich selbst sieht. In Lucius Augen zeigt sich ein Gefühl starker Minderwertigkeit. Er war im Herzen der einzige echte Kämpfer der Familie. Der Rest hatte immer den Weg des Paladins eingeschlagen, doch das Licht hat ihn nie gefunden. Dieses Gefühl der Einsamkeit begleitet ihn über große Teile seines Lebens. Erst der Tod seines Bruders hat ihm die Macht gegeben, die er sich gewünscht hatte. Doch niemand nahm ihn ernst, insbesondere nicht die Familie Lichtfels. Nun ist die Zeit gekommen, sich zu beweisen. Doch er brauchte Hilfe, die Hilfe der Familie Crimson, auch wenn sie ihren Preis hat.
- Roderick fragt „wie lange schon?“, und Lucius antwortet „seitdem dein Vater nicht mehr im Weg steht“. Lucius will Roderick eine, aber nur eine Chance geben. Wenn er ihm aus dem Weg geht, wird er gehen und ihn nie wieder sehen. Falls nicht, wird aus der Tür nur noch einer von ihnen gehen. Als Roderick stehen bleibt, versucht Lucius ihn wegzudrücken, doch Roderick weicht geschickt aus. Der physische Angriff von Lucius passt nicht zu ihm, er war nie handgreiflich. Lucius betont, dass es für diese Familie keinen anderen Weg geben soll.
- Roderick fragt, ob es nur um Macht geht, nur um diese Spielchen, und ob Lucius nicht sieht, dass die Crimsons ihn ausnutzen? Sein Vater habe Lucius immer nur geliebt, und Lucius hat ihn dafür gehasst. Lucius sieht seinen Bruder in Roderick. Er soll nach draußen blicken und sehen, dass es zu spät ist.
- Roval Belmont spürt die Gefühle, die in Roderick hochkochen, am eigenen Leib. Der Zorn, die roten Augen, sie stammen von Roderick. Er weiß, dass Roderick dabei ist, die Kontrolle zu verlieren. Es muss einen anderen Weg geben - Roval wird klar, dass Lucius hier und jetzt aufgehalten werden muss, auch wenn Rodrick dafür seinen Eid brechen muss. Sein Schwert glänzt rot und er holt aus, Tränen fließen aus seinen Augen. Er blickt in die Augen von Lucius, als er sein Schwert in ihn sticht. Der Schock steht in seinem Gesicht, als er in den Armen von Roderick hängt und langsam zu Boden geht.
- Die anderen Optionen, die Roderick hatte, sie wären nicht genug gewesen. Er wartet auf den Moment, in dem ihn irgendetwas verlässt, nachdem er seinen Eid gebrochen hat. Doch anstatt ihn zu verlassen, kommt etwas zu ihm. Dieses Etwas, es verdrängt andere Dinge in ihm. Es wird sein Leben lang in ihm bleiben. Er weiß nicht, was er jetzt tun soll. Dieser Weg war nie sein Plan.
- Die Tür öffnet sich hinter ihm, Wulfrick Crimson steht darin. Er blickt auf die Szene, nachdenklich, nicht schockiert. Ein Grinsen bildet sich, die Sicherheit, dass Roderick das sein Leben lang mit sich tragen wird. Es sei einfacher gewesen, als er dachte. Doch ohne Lucius wird hier nichts weiter funktionieren. Er möchte sich vom Eidbrecher Roderick verabschieden, doch dieser schwört einen neuen Eid, dass Wulfrick bei ihrem nächsten Treffen an seiner Klinge hängen wird.
- Roderick greift die Kette an Lucius Hals, die dieser von Rodericks Vater genommen hatte. Ein kurzer Zug, und der Anhänger ist in seinen Händen. Er schultert den Körper vom Boden und macht sich auf den Weg zur Festung. Draußen sieht er den leblosen Körper von Corvin, aber er spürt nichts dabei.
- Als er den Vorhof betritt und die Leichen sieht, bemerkt er das Treiben auf den Zinnen. Der Pfeil in Brannics Rücken verrät, dass die Pfeile von der Festung kamen, nicht von den dunklen Gestalten. Er verabschiedet sich von seinen Waffenbrüdern und tritt in den Burghof. Seine Herkunft sorgt dafür, dass er anders behandelt wird. Einer der Bogenschützen steht vor ihm, doch ein weiterer zieht ihn zur Seite, als er den blutüberströmten Roderick erkennt.
- Roderick betritt den weißen Marmor und hinterlässt blutige Fußspuren. Der König scheint beschäftigt, doch viele Köpfe folgen ihm auf jeden Schritt. Eine Leibgarde, Frederick William, ein langjähriger Paladin, erkennt ihn erst nicht. Das Blut macht sein Gesicht nahezu unerkenntlich. Erst das Wappen auf seiner Brust gibt ihn zu erkennen. Roderick legt Lucius ab, kniet nieder, und stellt sich dem König vor. Er sei Roderick Belmont und legt dem König einen Strippenzieher des heutigen Angriffs aus seinem Hause nieder, den dieser gemeinsam mit dem Haus Crimson verantwortet.
- Der König spricht, doch die Worte verklingen, während die Welt verschwimmt und Belmont wieder die Augen öffnet und seinen Vater in anderem Licht wahrnimmt. Die Perfektion, die er immer sah, ist nicht mehr da. Doch er verurteilt ihn nicht. Es war eine unmögliche Entscheidung. In seinem Ohr hört er die Stimme von Magzhul, die er zuvor schon gehört hatte. Er steht neben Taldrin am anderen Ende der Halle. Mal‘akar wirft dunkle Magie in die Richtung von Magzhul, während Taldrin den Drachen schlafend hält.
- Nun ist der Moment gekommen, Magzhul ruft nach uns und das Band wandert von uns weg und bindet sich im Mal‘akar. Roderick fällt von der Wand auf den Boden. Wir müssen den letzten Gedanken zusammensetzen, den Mal‘akar hatte, als er unkonzentriert war um uns in Schach zu halten: „Sie trägt den Splitter am Hals“
Session 79
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