Ein Belmont gibt niemals auf
Session 84
- Amelia, der schwarze Drache, war gerade aus der Foundry ausgebrochen, während der geschwächte Roderick sich mühsam vom Boden auf ein Knie erhob.
- Volrak blickte in den Gang hinaus, als sich plötzlich eine gewaltige grüne Hand auf seine Schulter legte und ihn aus seinen Gedanken riss.
- Hinter ihm stand Magzul, der Volrak zuletzt nach dem Tod seines Vaters gesehen und seit dessen vermeintlichem Fall im Kampf für tot gehalten hatte.
- Die beiden Orks wechselten einige bewegte Worte, während Sinatah versuchte, den völlig entkräfteten Roderick aufzurichten und wieder auf die Beine zu bringen.
- Volrak erkannte die Situation, eilte Sinatah zu Hilfe und gemeinsam schafften sie es, Roderick aufzuheben, obwohl dieser kaum selbstständig stehen konnte.
- Roval Belmont trat zu seinem Ziehvater, stützte ihn und versuchte mit ihm zu sprechen, doch Roderick fehlte selbst für wenige Worte die Kraft.
- Angesichts seines Zustands wurde allen klar, dass sie nicht länger in der Foundry bleiben konnten und Roderick schnellstmöglich an einen sicheren Ort bringen mussten.
- Gemeinsam mit Taldrin untersuchte Alvar das Tor der großen Schmiede, doch es war fest verriegelt und ließ sich weder öffnen noch auf gewöhnlichem Wege durchbrechen.
- Alvar entwickelte deshalb einen ungewöhnlichen Plan: Volrak sollte ihn direkt auf die Tür werfen, damit er sie noch während seines Fluges gewaltsam öffnen konnte.
- Volrak schleuderte den Halbling mit voller Kraft nach vorne, woraufhin Alvar im Flug seinen Ring of the Ram aktivierte und dessen Kraft gegen die Tür richtete.
- Die Tür splitterte auseinander und wurde aus ihren Angeln gerissen, während Alvar bäuchlings hindurchrutschte und schließlich auf seinem Hinterteil im angrenzenden Gang landete.
- Hinter der Tür entdeckte Alvar einen vollkommen verlassenen Gang zur Gießerei, obwohl der Lärm eigentlich zahlreiche Schattenklingen hätte alarmieren und herbeirufen müssen.
- Die unheimliche Leere ließ vermuten, dass während des Kampfes etwas anderes geschehen war, das sämtliche Schattenklingen aus den Gängen rund um die Foundry abgezogen hatte.
- Vorsichtig setzte sich die Gruppe in Bewegung, während Roval Belmont und Sinatah den kaum gehfähigen Roderick gemeinsam stützten und durch die verlassenen Gänge trugen.
- Magzul und Moronur bildeten die Nachhut, drehten sich immer wieder um und kontrollierten sorgfältig jede Abzweigung auf mögliche Verfolger oder versteckte Gefahren.
- Durch ein Kellerfenster beobachteten die Helden schließlich die große Straße zum Osttor, auf der sich ungewöhnlich viele Schattenklingen um einen unbekannten Vorfall versammelt hatten.
- Im richtigen Augenblick wurden sie Zeugen einer gewaltigen Explosion: Das Osttor wurde aufgesprengt und zahlreiche dort versammelte Schattenklingen wurden von der Detonation mitgerissen.
- Doch die Sprengung glich einem Stich in ein Wespennest, denn die überlebenden Schattenklingen gerieten in Aufruhr und strömten in großer Zahl zusammen.
- Da Roderick zu geschwächt und zu wertvoll war, um eine weitere Konfrontation zu riskieren, entschied sich die Gruppe gegen eine Flucht durch die Stadt.
- Stattdessen nutzten die Helden erneut das unterirdische Portal, durch das sie Anvil betreten hatten, und kehrten unter die Grabstätte von Lucius Belmont zurück.
- Zurück in der unterirdischen Höhle erkannte die Gruppe, dass sie mit dem schwer verletzten Roderick unmöglich durch die engen Felsspalten hinauf zur Krypta gelangen konnte.
- Als einzige Hoffnung blieb Tex, dessen mechanische eiserne Wurmschnecke sich durch das Erdreich graben und die gesamte Gruppe direkt aus der Höhle befreien konnte.
- Sinatah versuchte sofort, Tex über ihr steinernes Mini-Kommunikationsgerät zu erreichen, doch tief unter der Erde reichten die wenigen Empfangsbalken zunächst nicht für eine Verbindung.
- Erst mithilfe ihrer magischen Hand gelang es ihr, das Gerät an einem Höhlenausgang im perfekten Winkel zu platzieren und schließlich Kontakt zu Tex herzustellen.
- Tex antwortete auf ihren Hilferuf und machte sich sofort auf den Weg, bis sich seine eiserne Wurmschnecke durch die Erde grub und in die Höhle durchbrach.
- Ohne Zeit zu verlieren, verstauten die Helden ihre Ausrüstung und brachten Roderick auf einem der wenigen Sitzplätze im engen Inneren des mechanischen Gefährts unter.
- Tex schnallte sich wie ein erfahrener Operator fest in seinen Fahrersitz, aktivierte die Maschine und begann eine rasante Fahrt durch das unterirdische Erdreich.
- Roval Belmont wurde quer durch den Passagierraum geschleudert, während auch Alvar vollständig die Kontrolle verlor und durch das Innere der Maschine flog.
- Volrak gelang es zwar, den Zwerg aufzufangen, erwischte ihn während der wilden Fahrt jedoch lediglich an seinem Bart und hielt ihn daran fest.
- Nach einem kurzen, vollkommen manischen Ritt brach die eiserne Schnecke schließlich durch die Erdoberfläche, wo bereits mehrere bekannte Gesichter auf die Rückkehr der Gruppe warteten.
- Marigold, Ahum und Jahave empfingen die Helden und konnten kaum glauben, dass diese tatsächlich Roderick Belmont und außerdem den zweiten Splitter gefunden hatten.
- Da Rodericks Zustand weiterhin kritisch war, kümmerte sich Marigold sofort um seine Versorgung, während die übrigen Verbündeten den schnellen Weitertransport der Gruppe vorbereiteten.
- Jahave, der Anführer der Tauren Kongdoniens, verwandelte sich in einen mächtigen Elch und spannte sich vor eine Kutsche, in der alle gemeinsam Platz fanden.
- Auf direktem Wege zog Jahave die Kutsche zum Basislager nahe Silberfels, wo die Gruppe schließlich wieder vor der noch immer brennenden Stadt Anvil stand.
- Im Basislager vor Anvil wurden die Rückkehrer von einem ungläubigen und zugleich besorgten Mando Eichenschild empfangen, der Rodericks erfolgreiche Rettung kaum fassen konnte.
- Gemeinsam brachten sie den schwer verletzten Roderick in Mandos Kommandozelt, wo Marigold sofort einen geschützten Platz für seine weitere Versorgung vorbereitete.
- Marigold drapierte mehrere Sitzbänke mit weichen Fellen und Leder, sodass Roderick trotz seiner Verletzungen bequem liegen und sich von den Strapazen erholen konnte.
- Bereits auf dem Weg zum Kommandozelt bemerkten die Helden, dass es auf dem Zeltplatz ungewöhnlich ruhig war und sich dort nur wenige Menschen aufhielten.
- Die Sonne war gerade untergegangen, doch aus einem improvisierten Festzelt erklang Musik, das aus mehreren umgebauten Wagen errichtet worden war und an eine Taverne erinnerte.
- Nach den Strapazen verspürten die erschöpften Helden große Lust auf einige Getränke und einen gemeinsamen Abend, bevor sie sich endlich ausruhen und ausschlafen konnten.
- Nachdem Roderick versorgt war, bat Roval Belmont alle anderen, das Kommandozelt zu verlassen und ihn für ein persönliches Gespräch mit seinem Ziehvater allein zu lassen.
- Zum ersten Mal seit drei Jahren saß Roval dem Mann gegenüber, nach dem er unermüdlich gesucht und für dessen Rettung er niemals aufgegeben hatte.
- Obwohl Roderick kaum sprechen konnte, erzählte Roval ihm, wie sehr er ihn vermisst hatte und was ihm während seiner langen Suche widerfahren war.
- Er berichtete von seinen neuen Freunden, den bestandenen Gefahren und dem Schwur, der ihn über all die Jahre angetrieben und immer weitergeführt hatte.
- Roval gestand seinem Ziehvater, wie schwer die Suche gewesen war, versicherte ihm jedoch, dass er selbst in den dunkelsten Augenblicken niemals aufgegeben hatte.
- Roderick brachte nur wenige Worte hervor, doch seine Antwort fasste alles zusammen, was Roval hören musste: Ein Belmont gibt niemals auf.
- Mit diesen Worten verließ Roval das Kommandozelt und kehrte zu seinen Gefährten zurück, die bereits voller Vorfreude das improvisierte Festzelt ins Auge gefasst hatten.
- Mando versicherte Roval, dass sein Kommandozelt der sicherste Ort des gesamten Lagers sei und Roderick unter seinem persönlichen Schutz nichts geschehen werde.
- Die Gefährten gingen gemeinsam zum Festzelt und erreichten zunächst einen der umgebauten Wagen, den die angereisten Bewohner Ruliks für die Feier hergerichtet hatten.
- Im Inneren herrschte ausgelassene Stimmung, Musik erfüllte das Zelt und zwischen den Feiernden entdeckten die Helden bereits das eine oder andere bekannte Gesicht.
- Bei einer jungen blonden Schankwirtin bestellte die Gruppe zunächst eine vollständige Runde Shots und weitere Getränke, um gemeinsam auf ihre erfolgreiche Rückkehr anzustoßen.
- Während einige den Alkohol problemlos vertrugen, zeigte er bei anderen deutlich schneller Wirkung und bereitete damit den Boden für einen ausgelassenen Tavernenabend.
- Mit den ersten geleerten Gläsern, erschöpften Helden und zahlreichen bekannten Gesichtern um sie herum begann schließlich die wohlverdiente Nacht im Festzelt.
- Die Helden aßen und tranken ausgiebig, unterhielten sich mit den anderen Gästen und entdeckten zwischen den Feiernden immer mehr bekannte Gesichter aus vergangenen Abenteuern.
- Unter ihnen befand sich Moltregaar Donnerhuf, der bekannte Taurenkrieger, mit dem sie zuletzt in der Arena von Gurubashi in den zianischen Landen gekämpft hatten.
- Moltregaar war von weiteren Taurenkriegern umgeben, die den langen Weg von Kongdonien bis vor die Tore Anvils auf sich genommen hatten.
- Im Gespräch erfuhren die Helden, dass sich neben alten Verbündeten auch zahlreiche neue Streiter dem Kampf gegen die Schattenklingen und Malakar angeschlossen hatten.
- Volrak wurde dem neuen Kämpfer Licht vorgestellt, mit dem er aus gewaltigen Bechern trank, Geschichten austauschte und zunehmend ausgelassener feierte.
- Kurz darauf erschien Noguba Feuerschuppe am Tisch, brachte eine weitere Runde Shots mit und schloss sich überraschend entspannt den Feiernden an.
- Der rote Drachengeborene zeigte dabei eine ungewohnt gelassene Seite, scherzte mit den anderen und genoss den Abend fernab der bevorstehenden Kämpfe.
- Mit jedem weiteren Getränk wurden die Gespräche lauter und die Schritte unsicherer, bis schließlich besonders Sinatah und Volrak vollkommen betrunken waren.
- Gemeinsam verließen sie sturzbetrunken das Festzelt und begannen draußen, über ihre Vergangenheit, ihre Verluste und die ungewisse Zukunft zu sprechen.
- Beide wurden zunehmend emotional, brachen schließlich in Tränen aus und weinten sich gegenseitig an, während sie gemeinsam über ihre bisherigen Erlebnisse klagten.
- Obwohl der Abend für beide damit vorerst gelaufen schien, bot ihr gegenseitiges, vollkommen betrunkenes Anheulen weiterhin einen gleichermaßen traurigen wie komischen Anblick.
- Roval Belmont durchstreifte unterdessen weiter das Festzelt und entdeckte einige Stadtwachen Anvils, die gemeinsam mit den madunischen Soldaten den Abend feierten.
- Er erkundigte sich nach Marik, seinem Schmiedemeister, und wollte wissen, ob dieser ebenfalls gerettet worden war und sich irgendwo im Lager aufhielt.
- Die betrunkenen Soldaten reagierten zunächst kaum auf seine Frage, bis schließlich einer von ihnen verstand, nach wem Roval eigentlich suchte.
- Der Soldat erklärte, dass Marik vermutlich nicht im Festzelt sei, da der Schmiedemeister nicht der Typ für ausgelassene Feiern und große Trinkgelage wäre.
- Wenn Roval ihn am nächsten Tag suchen wolle, würde er Marik höchstwahrscheinlich im Schmiedezelt finden, wo dieser wie gewöhnlich seiner Arbeit nachging.
- Während Sinatah und Volrak betrunken über den Lagerplatz torkelten, hatte auch Alvar genug vom Fest und verließ allein das laute Zelt.
- Unter dem Mondlicht entdeckte er Taldrin etwas abseits der Feier, wo dieser schweigend stand und auf das nächtliche, weiterhin brennende Anvil blickte.
- Alvar stellte sich zu ihm und beide betrachteten die brennende Stadt, während sich zwischen ihnen ein ernstes Gespräch über die jüngsten Ereignisse entwickelte.
- Taldrin gestand, dass er nach den erlebten Täuschungen nicht mehr wusste, wem er überhaupt noch vertrauen konnte und welche Verbündeten tatsächlich echt waren.
- Schließlich hatten Imitatoren in den Gestalten von Varix und Mando die Gruppe getäuscht und sie unter falschen Voraussetzungen in die Krypta gelockt.
- Taldrin befürchtete deshalb, dass sich auch im Basislager Verräter oder Gestaltwandler befinden könnten, die unbemerkt gegen die versammelten Verbündeten arbeiteten.
- Er nahm sich fest vor, herauszufinden, wer im Lager ein falsches Spiel trieb, bevor die vermeintlichen Verbündeten erneut aus dem Verborgenen zuschlagen konnten.
Session 83
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